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Warum Pool-Wärmepumpen auf R290 setzen

21.08.2026 / Rainer Bräuer / 6 min Lesezeit

Angenehm warmes Poolwasser, auch wenn die Sonne einmal nicht mitspielt: Eine Pool-Wärmepumpe sorgt für mehr Komfort und kann die Badesaison deutlich verlängern. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Kältemittel, das die Wärme innerhalb der Wärmepumpe transportiert.

Bei modernen Wärmepumpen kommt dafür zunehmend R290 zum Einsatz. Dahinter steckt Propan, ein natürliches und nicht fluoriertes Kältemittel mit sehr geringem Treibhauspotenzial. Auch alle aktuellen Pool-Wärmepumpen von Steinbach arbeiten mit R290. Doch was macht R290 so interessant? Wir erklären, wie das Kältemittel funktioniert, was Werte wie GWP und COP bedeuten und warum sich ein genauer Blick auf die Technik einer Pool-Wärmepumpe lohnt.

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Was ist R290 und welche Vorteile bietet es?

R290 ist die technische Bezeichnung für Propan. Es zählt zu den natürlichen Kältemitteln und ist im Gegensatz zu vielen synthetischen Varianten nicht fluoriert. Mit seinem sehr geringen Treibhauspotenzial und seinen sehr guten thermodynamischen Eigenschaften bietet R290 gute Voraussetzungen für den Einsatz in modernen Pool-Wärmepumpen.

Zu den wichtigsten Vorteilen zählen das sehr geringe Treibhauspotenzial, gute Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb, die natürlichen und nicht fluorierten Eigenschaften sowie die Ausrichtung auf zukünftige Anforderungen an Kältemittel.

  • Sehr geringes Treibhauspotenzial

    Mit einem GWP100 von nur 0,02 besitzt R290 ein äußerst geringes Treibhauspotenzial. Sollte das Kältemittel aus dem geschlossenen Kreislauf entweichen, ist seine Klimawirkung damit deutlich geringer als bei fluorierten Kältemitteln wie R32 oder R410A.

  • Gute Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb

    Dank seiner sehr guten thermodynamischen Eigenschaften bietet R290 gute Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb. Die tatsächliche Effizienz hängt jedoch auch von der Konstruktion des Geräts und den jeweiligen Betriebsbedingungen ab.

  • Natürliches und nicht fluoriertes Kältemittel

    R290 ist die technische Bezeichnung für Propan und zählt zu den natürlichen Kältemitteln. Im Gegensatz zu R32 oder R410A enthält es keine fluorierten Treibhausgase und fällt damit nicht in dieselbe Kategorie wie die sogenannten F-Gase.

  • Gut auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet

    Die EU schränkt den Einsatz fluorierter Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial zunehmend ein. Da R290 nicht fluoriert ist und einen sehr niedrigen GWP100 besitzt, sind Wärmepumpen mit diesem Kältemittel gut auf die sich weiterentwickelnden Anforderungen an Kältemittel ausgerichtet.

Welche Aufgabe hat das Kältemittel in einer Pool-Wärmepumpe?

Das Kältemittel übernimmt in der Wärmepumpe den eigentlichen Wärmetransport. Es nimmt Wärme aus der Umgebungsluft auf, wird dabei verdampft und anschließend im Verdichter auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Diese Wärme wird anschließend über einen Wärmetauscher an das Poolwasser abgegeben. Das Kältemittel kühlt dabei wieder ab, verflüssigt sich und der Kreislauf beginnt von vorne. So kann eine Pool-Wärmepumpe Wärme aus der Umgebungsluft nutzen, um das Poolwasser effizient zu erwärmen.

GWP 0,02: Was bedeutet dieser Wert?

GWP steht für Global Warming Potential, auf Deutsch Treibhauspotenzial. Der Wert beschreibt, wie stark ein Kältemittel im Vergleich zur gleichen Menge CO₂ zur Erderwärmung beiträgt. Als Referenz dient CO₂ mit einem GWP100 von 1. Beim GWP100 wird die Klimawirkung über einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet. Je niedriger der Wert, desto geringer ist die Klimawirkung des Kältemittels, falls es in die Atmosphäre gelangt.

Nach der aktuellen EU-F-Gas-Verordnung besitzt R290 einen GWP100 von nur 0,02. Wird beispielsweise 1 kg R290 vollständig freigesetzt, entspricht das rechnerisch lediglich 0,02 kg CO₂-Äquivalent.

Kältemittel Art GWP100*
R290 (Propan) natürlich, nicht fluoriert 0,02
R32 fluoriertes Kältemittel 675
R410A (50 % R32, 50 % R125) fluoriertes Kältemittelgemisch 2.088
*GWP-Werte gemäß EU-F-Gas-Verordnung 2024/573. Der Wert für R410A ergibt sich aus den GWP-Werten und Massenanteilen seiner Bestandteile.    

Der Vergleich zeigt, wie gering das Treibhauspotenzial von R290 gegenüber den fluorierten Kältemitteln R32 und R410A ist. Wichtig dabei: Der GWP beschreibt die Klimawirkung des Kältemittels im Falle einer Freisetzung und nicht den gesamten CO₂-Fußabdruck einer Wärmepumpe.

Warum wird für R290 teilweise noch ein GWP von 3 angegeben?

In älteren Bedienungsanleitungen und technischen Unterlagen wird für R290 häufig noch ein GWP von 3 angegeben. Dieser Wert wurde in der früheren EU-F-Gas-Verordnung verwendet. Mit der seit 2024 geltenden Verordnung wurde der GWP100 für R290 auf Basis einer aktualisierten wissenschaftlichen Bewertungsgrundlage mit 0,02 angegeben. Das Kältemittel selbst hat sich dadurch natürlich nicht verändert, sondern seine Bewertung.

Von R410A über R32 zu R290: die Entwicklung bei Steinbach

Auch bei Steinbach lässt sich die Entwicklung der verwendeten Kältemittel gut nachvollziehen. Frühere Modelle der Waterpower Serie arbeiteten noch mit R410A. Bei späteren Waterpower Wärmepumpen kam bereits R32 zum Einsatz. Heute setzt Steinbach im aktuellen Pool-Wärmepumpen-Sortiment auf R290. Die Serien Silent, Solid und Startis sowie die Kühl- und Wärmepumpe Flex 5 arbeiten mit dem natürlichen, nicht fluorierten Kältemittel.

COP: Wie effizient arbeitet eine Pool-Wärmepumpe?

Während der GWP100 die Klimawirkung des Kältemittels im Falle einer Freisetzung beschreibt, ist für den laufenden Betrieb einer Pool-Wärmepumpe vor allem ihre Energieeffizienz entscheidend. Ein wichtiger Kennwert dafür ist der COP.

COP steht für Coefficient of Performance und beschreibt das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmeleistung und aufgenommener elektrischer Leistung. Ein COP von 6 bedeutet beispielsweise, dass eine Wärmepumpe unter den angegebenen Betriebsbedingungen mit 1 kW elektrischer Leistung rund 6 kW Wärmeleistung bereitstellt.

COP Vereinfacht bedeutet das**
4 1 kW elektrische Leistung → 4 kW Wärmeleistung
6 1 kW elektrische Leistung → 6 kW Wärmeleistung
10 1 kW elektrische Leistung → 10 kW Wärmeleistung
16 1 kW elektrische Leistung → 16 kW Wärmeleistung
  **Die Beispiele dienen der Veranschaulichung. Der tatsächlich erreichbare COP hängt von den jeweiligen Betriebs- und Umgebungsbedingungen ab.

Warum ist der COP nicht immer gleich?

Der COP einer Wärmepumpe ist kein fixer Wert. Er hängt unter anderem von der Temperatur der Umgebungsluft und des Poolwassers, vom Betriebszustand sowie vom jeweiligen Gerät ab. Je günstiger die Bedingungen für die Aufnahme der Wärme aus der Umgebungsluft und ihre Übertragung auf das Poolwasser sind, desto höher kann der COP ausfallen.

Deshalb sollten COP-Werte verschiedener Pool-Wärmepumpen nur dann direkt miteinander verglichen werden, wenn sie unter vergleichbaren Bedingungen ermittelt wurden. Grundsätzlich gilt: Je höher der COP unter vergleichbaren Bedingungen, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe an diesem Betriebspunkt.

Ist R290 sicher?

R290 ist Propan und damit ein brennbares Kältemittel. Im regulären Betrieb befindet es sich jedoch in einem geschlossenen Kältekreislauf und wird nicht verbraucht oder freigesetzt. Bei Aufstellung und Nutzung sind die Vorgaben des Herstellers zu beachten. Der Kältekreislauf darf nicht eigenständig geöffnet, verändert oder repariert werden. Arbeiten daran gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachkräfte.

Fazit: Warum R290 bei Pool-Wärmepumpen überzeugt

R290 verbindet ein sehr geringes Treibhauspotenzial mit sehr guten thermodynamischen Eigenschaften und bietet damit gute Voraussetzungen für den Einsatz in modernen Pool-Wärmepumpen. Mit einem GWP100 von nur 0,02 unterscheidet es sich deutlich von fluorierten Kältemitteln wie R32 oder R410A.

Wie effizient eine Wärmepumpe tatsächlich arbeitet, hängt jedoch immer vom gesamten Gerät und den jeweiligen Betriebsbedingungen ab. Deshalb lohnt sich neben dem verwendeten Kältemittel auch ein Blick auf Kennwerte wie den COP. Mit einer passend dimensionierten Pool-Wärmepumpe lässt sich die gewünschte Wassertemperatur komfortabel halten und die Badesaison deutlich verlängern.